Magenschmerzen, Blähungen, Reflux, Durchfall & Verstopfung | TCM in Oberwil BL

Magen-Darm-Beschwerden aus Sicht der TCM: die Funktionen von Milz und Magen sowie das Leber-Qi

Blähungen nach dem Essen, Magenschmerzen, saures Aufstossen oder wiederkehrender Durchfall und Verstopfung können dazu führen, dass Essen und Ausgehen mit zusätzlichen Sorgen verbunden sind. Manche Menschen verlieren bei Stress den Appetit und spüren Beschwerden im Bauch; bei anderen fühlt sich der Magen nach einer etwas grösseren Mahlzeit wie blockiert an. Wenn Sie nach Akupunktur, chinesischen Kräutern, naturheilkundlichen Ansätzen oder einer Begleitung ohne westliche Arzneimittel suchen, betrachtet die TCM diese Erscheinungen anhand der Umwandlungs- und Transportfunktionen von Milz und Magen sowie der Bewegung des Qi.

Vielleicht haben Sie bereits nach funktioneller Dyspepsie, gastroösophagealem Reflux, Gastritis, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren, Kolitis oder Morbus Crohn gesucht. Vielleicht beschäftigen Sie auch Hämorrhoiden oder anhaltende Schwierigkeiten beim Stuhlgang. Die TCM bezieht Ihren konkreten Appetit, die Empfindungen im Bauch, den Stuhlgang und weitere körperliche Reaktionen in die individuelle Musterdiagnostik ein.

Wie wirken Milz und Magen in der TCM bei der Verdauung zusammen?

In der TCM bilden Magen und Milz ein Paar mit sich ergänzenden Funktionen. Der Magen nimmt die Nahrung auf, während die Milz deren Essenz im Körper verteilt; das Magen-Qi bewegt sich nach unten, das Milz-Qi nach oben. Ihr Zusammenspiel ermöglicht aus TCM-Sicht Verdauung, Aufnahme und Verteilung der Nahrung.

Mit Milz ist hier die Umwandlungs- und Transportfunktion der TCM gemeint, nicht die anatomische Milz der westlichen Medizin. Wenn sich das Magen-Qi nicht ausreichend abwärts bewegt, können Völlegefühl, Aufstossen, Übelkeit oder Reflux auftreten. Bei einer geschwächten Umwandlungsfunktion der Milz werden beispielsweise wenig Appetit, Blähungen nach dem Essen, weicher Stuhl oder Durchfall und Müdigkeit beschrieben.

Ein Boot als Bild dafür, wie die TCM Verstopfung betrachtet

Stellen Sie sich ein Boot vor, das gut vorankommen soll: Der Fluss braucht genügend Wasser, das Boot braucht Antrieb, und die Wasserstrasse muss frei sein.

Ein Mangel an Körperflüssigkeiten gleicht einem niedrigen Wasserstand, bei dem das Boot auf Grund läuft: Der Stuhl wird trocken und hart und lässt sich schwer ausscheiden. Ein Qi-Mangel gleicht fehlender Antriebskraft. Besonders ältere oder durch längere Krankheit geschwächte Menschen können Stuhldrang haben, aber nicht genügend Kraft zum Entleeren. Eine Qi-Stagnation gleicht einer versperrten Wasserstrasse: Der Bauch ist gebläht und der Stuhlgang stockt. Kälte im Bauch wird mit einem vereisten Fluss verglichen, auf dem das Boot langsamer vorankommt. Zu viel Nahrung, die im Verdauungstrakt verweilt, gleicht einer überladenen Fracht und kann mit Blähungen, Aufstossen und Veränderungen des Stuhlgangs verbunden sein. Auch Hitze kann nach TCM-Verständnis Körperflüssigkeiten verbrauchen und den Stuhl austrocknen.

Deshalb betrachtet die TCM bei Verstopfung, ob es an Wasser oder Antrieb fehlt, ob der Qi-Fluss gestört ist oder ob Kälte beziehungsweise Nahrungsstagnation vorliegt. Danach richtet sich die individuelle Behandlung.

Häufige Erscheinungsmuster bei Magen-Darm-Beschwerden

Disharmonie zwischen Leber und Magen – gestörter Qi-Fluss: Bei Stress oder emotionaler Anspannung kann sich der Oberbauch gebläht oder schmerzhaft anfühlen und Aufstossen zunehmen. Nach Seufzen oder Aufstossen kann eine gewisse Erleichterung eintreten. Emotionale Veränderungen und Magenbeschwerden treten häufig gemeinsam auf.

Qi-Mangel von Milz und Magen – geschwächte Umwandlung und Antriebskraft: Typisch beschrieben werden wenig Appetit, Blähungen nach dem Essen, Müdigkeit sowie weicher oder ungeformter Stuhl. Manche Menschen empfinden auch beim Stuhlgang zu wenig Kraft.

Mangel-Kälte von Milz und Magen – Kälte verlangsamt die Funktionen: Beschwerden können nach kalten Speisen oder Auskühlung auftreten. Wärmeauflagen oder warme Getränke werden als angenehm empfunden; Kälteempfindlichkeit und weicher Stuhl können hinzukommen. Dies unterscheidet sich vom Muster der Feuchtigkeit-Hitze mit bitterem Geschmack, klebrigem Gefühl und Brennen am After.

Feuchtigkeit-Hitze in Milz und Magen – Feuchtigkeit und Hitze im mittleren Erwärmer: Möglich sind ein drückendes Völlegefühl im Bauch, Übelkeit, ein bitterer Geschmack oder ein klebriges Gefühl im Mund sowie klebriger, stärker riechender Stuhl. Bei manchen Menschen treten auch Durchfall, dringender Stuhldrang oder Brennen am After auf.

Nahrungsstagnation – zu viel Nahrung ist vorübergehend noch nicht verarbeitet: Nach einer zu grossen oder sehr fettreichen Mahlzeit können Blähungen, Aufstossen, Reflux, Übelkeit oder weniger Appetit auftreten. Manchmal nehmen auch Mundgeruch und der Geruch des Stuhls zu.

Magen-Yin-Mangel – unzureichende Körperflüssigkeiten im Magen-Funktionskreis: Beschrieben werden etwa Mundtrockenheit, ein leichtes Unbehagen oder Brennen im Magen und trockener Stuhl. Manche Menschen fühlen sich hungrig, können aber nur wenig essen.

Wie können Akupunktur und chinesische Kräuter kombiniert werden?

Bei der TCM-Musterdiagnostik wird zunächst unterschieden, welches Bild im Vordergrund steht: gestörter Qi-Fluss, geschwächte Umwandlung, Kälte, Feuchtigkeit-Hitze, Nahrungsstagnation oder unzureichende Körperflüssigkeiten. Die Behandlungsprinzipien werden daran angepasst. Bei Qi-Stagnation liegt der Schwerpunkt auf der Regulation des Qi und der Harmonisierung des Magens; bei Qi-Mangel auf der Stärkung von Milz und Qi; bei Mangel-Kälte auf der Erwärmung der Mitte; bei Feuchtigkeit-Hitze auf deren Klärung und Umwandlung; bei Nahrungsstagnation auf der Unterstützung der Verarbeitung; bei Flüssigkeitsmangel auf der Ernährung des Magen-Yin, der Förderung von Körperflüssigkeiten und der Befeuchtung des Darms.

Akupunkturpunkte werden entsprechend dem individuellen Muster ausgewählt, mit dem Ziel, den Qi-Fluss von Milz und Magen zu regulieren. Chinesische Kräuterrezepturen richten sich nach den konkreten Erscheinungen. Dabei werden Appetit, Blähungen, Magenbeschwerden und Veränderungen des Stuhlgangs gemeinsam betrachtet, statt nur ein einzelnes Symptom in den Mittelpunkt zu stellen.

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